Rückblick 2007


Franziskanisches Frühjahrssymposium 24. April 2007

Geriatrie an der Nahtstelle zwischen Akutkrankenhaus und Alten- und Pflegeheim

Am Dienstag, 24. April, fand im Seminarhaus St. Klara in Vöcklabruck das schon traditionelle franziskanische Frühjahrssymposium statt. Grußworte sprachen Generaloberin Sr. Kunigunde Dr. Fürst, Bezirkshauptmann HR Dr. Peter Salinger, LAbg. Dr. Julia Röper-Kelmayr und LAbg. Anton Hüttmayr. Das Hauptreferat hiel Dr. Ann-Kathrin Meyer, Chefärztin der Abteilung Geriatrie am Krankenhaus Wandsbek/Hamburg und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e.V.. Die Referentin wies vor allem darauf hin, dass gelungene Akutgeriatrie von einer Berufsgruppe allein nicht zu schaffen ist, Teambildung ist notwendig. Umgekehrt braucht man gerade beim alten und hochbetagten Patienten viel weniger Apparatemedizin, denn die Apparategläubigkeit vernachlässigt die zu betreuenden Patienten. Dr. Meyer forderte ein grundsätzliches Umdenken und eine Umstrukturierung des Gesundheits- und Sozialwesens. Die finanziellen Ströme gehörten hier auch umgelenkt. Ganz entscheidend sei für alle Berufsgruppen und alle Einrichtungen, die mit geriatrischen Patienten zu tun haben, die Zuwendung. "Wir können nicht alles gut, aber vieles besser machen", so Dr. Meyer über eine geglückte Akutgeriatrie in gelungener Verbindung zwischen Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen.

Prim. Dr. Andreas Kirchgatterer, Abteilungsvorstand der Internen Abteilung 1 am Krankenhaus St. Franziskus Grieskirchen, zeigte ebenfalls klar die Bedeutung der Teamarbeit auf. Er stellte die Erfahrungen aus der Praxis der Akutgeriatrie am Grieskirchner Krankenhaus vor und zeigte die gute Aufwärtsentwicklung. Derzeit gibt es am dortigen Haus schon 44 akutgeriatrische Betten.
Referat von Prim. Kirchgatterer zum Download (PDF, 980 kb)

In einer sehr interessanten und anregenden Diskussion wurden verschiedenste Aspekte der Vernetzung zwischen Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen erörtert. Es war ein intensiver Austausch der Erfahrungen und Erwartungen, der in diesen zwei Einrichtungen Tätigen. Einig waren sich die meisten, dass sich die Kommunikation zwischen Alten- und Pflegeheim und Krankenhaus in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. Wichtig wären noch verbesserte Strukturen, um eine noch bessere Zusammenarbeit zu ermöglichen. Gefordert wurde eine verstärkte Medizinalisierung der Alten- und Pflegeheime, um den dort Pflegenden eine Überforderung bei schwierigen Medikationen zu nehmen. Mehr Ergo- und Physiotherapie in den APHs sollte ebenfalls verstärkt angedacht werden. Eine große Herausforderung stellen die Demenzkranken dar, hier wurde seitens der APHs ein verstärktes Eingehen seitens der Spitalmedizin gefordert. Große Bedeutung in der guten Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und den APHs kommt der Überleitungspflege zu, auch Tageskliniken im Heimbereich wären anzudenken.

Den Abschluss des Symposiums bildete ein sehr humorvolles, aber auch sozialkritisches Kabarett von Markus Hirtler. Er hat die Kunstfigur Ermi-Oma erschaffen, um für die eine Stimme zu erheben, die in unserer "Altersversorgungsgesellschaft" keine haben. Dabei zeichnete er aus seiner Berufserfahrung als Seniorenheim- und Pflegedienstleiter in der Steiermark ein facettenreiches und liebevolles Bild einer Altenheimbewohnerin.





Dr. Ann-Kathrin Meyer
Prim. Dr. Andreas Kirchgatterer


Dr. Meyer, Sr. Elsbeth, Dr. Berger (Ärztlicher Leiter KH Sierning), Lukas Wenzl (Heimaufsicht in der Sozialabteilung des Landes OÖ.)

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