Rückblick 2009

Donnerstag, 5.November 2009
Design Center Linz

7. Internationaler Kongress der OÖ. Ordensspitäler

TRIFFT DIE WIRTSCHAFTSKRISE DAS GESUNDHEITSWESEN?
MÖGLICHE AUSWIRKUNGEN

Solidargesellschaft im Gesundheitswesen muss erhalten bleiben
Die derzeitige Wirtschaftskrise ist noch nicht in den Spitäler angekommen, wird sich aber in naher Zukunft auswirken. Die Krankenhauswelt steht immer mehr im Spannungsfeld zwischen Humanität und Ökonomie.
Die hochkarätigen Referenten aus Deutschland und Österreich sehen die Finanzkrise aber auch als Chance, wie Dr. Rudolf Kösters, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft Berlin und Dr. Manfred Georg Krukemeyer. Entscheidend wird die Bildung von Krankenhausverbünden mit konkreten Leistungsabsprachen und Schwerpunktbildungen sein. Die Zukunft gehört den „Leuchtturmprojekten“, Einrichtungen mit ganz speziellen Leistungsangeboten.
Auch das Berufsprofil der Pflege wird sich verändern, die Handlungsfelder werden erweitert werden. Während in der freien Marktwirtschaft Rationierungen über den Preis erfolgen, dürfe das für medizinisch erbrachte Leistungen nicht gelten.
Die Finanzierung des Gesundheitswesens wird in der gelungenen Balance zwischen Eigenverantwortung und Solidarität bestehen. Grundsätzlich ist in Zukunft der Gesundheitsmarkt schwerer zu finanzieren, er ist aber auch ein Jobmotor und ein Feld für Investitionen. Für Ordenskrankenhäuser gilt, dass bei allen Wirtschaftlichkeitsbestrebungen die Tradition – Bewahrung und Weiterführung der Werte und Aufgaben der Orden – verpflichtend ist, wobei sich aber Tradition und Marktdynamik nicht ausschließen, ganz im Gegenteil.
Das heimische Gesundheitswesen ist aber auch abhängig von der Globalisierung. Die humanisierenden Einflüsse der Staaten gehen immer mehr verloren, die Weltgesellschaft wird immer mehr zu einem steuerungslosen System, so P. Herwig Büchele SJ. Mit Folgen auch in der Solidargemeinschaft. Auf dem Spiel stehen der soziale Friede und auch das solidarische Gesundheitswesen bei uns. Um das zu verhindern, muss eine neue Allianz der Demokratien weltweit gefordert werden. Nur die spirituelle Dimension des Daseins könne die reine Gewinnmaximierung um ihrer selbst Willen brechen.


Podiumsdiskussion
Teilnehmer: LAbg. Dr. Julia Röper-Kelmayr, Dr. Georg Krukemeyer, Marie-Luise Müller, Dr. Günter Jakobi, Geschäftsführer TAU.GRUPPE.VÖCKLABRUCK der Franziskanerinnen von Vöcklabruck, Dr. Michael Heinisch, Geschäftsführer Vinzenz Gruppe

Forderung nach Abbau überbordender Krankenhausbürokratie
Die Vertreter der Ordenskrankenhäuser in Oberösterreich forderten einen strikten Abbau der überbordenden Bürokratie im Krankenhaus. Jene Kosten, die direkt dem Patienten dienen, sollen steigen, alle anderen sollen sinken. Betont wurde auch, dass das solidarische Bekenntnis im Gesundheitswesen auch in Zukunft erhalten bleiben muss. Grundsätzlich werde zwar der Gesundheitsmarkt erschwerter finanzierbar sein, umgekehrt ist er ein großer Jobmotor. Wichtig sei es, klug in das Gesundheitswesen zu investieren, das heißt in Qualität, Effizienz und Synergien zum Wohl der Patienten und Steuerzahler und in Menschlichkeit. Gerade Ordenskrankenhäuser sind nicht nur große Wirtschaftsunternehmen, deshalb müssen Werte zur Zielscheibe von Investitionen werden. Wichtig ist die Qualität weiter hoch zu halten, und zwar gleichermaßen für alle Patienten.

Begrüßung und Grußworte
Generaloberin
Sr. Kunigunde Dr. Fürst
Landesdirektor des ORF OÖ
Dr. Helmut Obermayr
Diözesanbischof
Dr. Ludwig Schwarz
Landeshauptmann
Dr. Josef Pühringer


P. Herwig Büchele SJ

Marie-Luise Müller

Dr. Georg Krukemeyer

Podiumsdiskussion
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