Pflegelehrling Lena Priller über Mut, Moped und Menschlichkeit
Die 17-jährige Lena Priller aus Uttendorf ist die erste Auszubildende im Bereich Pflege in der FraDomo GmbH. Sie hat im Herbst 2024 ihre Ausbildung im FraDomo in Maria Schmolln begonnen. „Am Anfang war es ungewohnt, auf fremde Leute zuzugehen – aber man wächst da schnell hinein“, erzählt sie. Inzwischen gehört die junge Frau selbstverständlich zum Team – und bringt Schwung, Humor und eine Portion Abenteuerlust in den Alltag des Hauses.
Dabei hatte Lena ursprünglich ganz andere Pläne: Kfz-Mechanikerin wollte sie werden, am liebsten bei KTM. Aufgewachsen zwischen Motorrädern, Rennstrecken und Motorsportträumen, entdeckte sie erst beim Schnuppern in verschiedenen Pflegeeinrichtungen ihre eigentliche Leidenschaft. In Maria Schmolln habe sie sofort gespürt, dass es passt: „Hier nimmt man sich Zeit für die Bewohnerinnen und Bewohner. Das hat mich überzeugt.“
Kindheitstraum auf zwei Rädern
Mit vier Jahren saß Lena zum ersten Mal auf einer Motocross-Maschine. Der Geruch von Benzin und das Röhren der Motoren prägten ihre Kindheit. Regelmäßig besuchte sie die Rennstrecke in Spielberg. „Noch heute träume ich von einer Yamaha YZ125 oder einer 450er Supermoto“, erzählt sie. Ihr großes Idol: der portugiesische MotoGP-Pilot Miguel Oliveira. Ihn durfte sie sogar persönlich in Spielberg kennenlernen – ein Moment, den sie als unvergessliches Highlight beschreibt.
Alltag in der Pflege
Seit Herbst 2024 ist Lena Lehrling zur Pflegeassistentin. Derzeit absolviert sie die dreijährige Ausbildung, überlegt jedoch, auf die vierjährige Lehre zur Pflegefachassistenz zu wechseln. Diese Entscheidung will sie gegen Jahresende treffen. Schon jetzt erlebt sie, wie vielseitig die Arbeit ist: „Kein Tag ist wie der andere.“
In ihrem Alltag lernt sie die Lebenswelt der Bewohnerinnen und Bewohner kennen, begleitet diese in ihrem Alltag. Begleitet von ihren Praxisanleiterinnen erlernt sie zudem theoretische Inhalte
und führt gemeinsam mit diesen für die Pflege wichtige Übungen an der Pflegepuppe durch. „Am Anfang war es ungewohnt, auf fremde Leute zuzugehen. Aber man wächst da schnell hinein,
und jetzt macht es mir richtig Freude“, sagt Lena.
Ein Erlebnis hat sich bei ihr besonders eingeprägt: „Kurz vor Schulbeginn haben sich einige Bewohner:innen herzlich von mir verabschiedet – das war ein sehr schöner Moment.“
Dankbarkeit und Gemeinschaft
Für Lena sind es die Begegnungen mit den Menschen, die ihre Arbeit so wertvoll machen. „Die Bewohnerinnen und Bewohner sind unglaublich dankbar. Ein kleines Lächeln oder ein einfaches ‚Danke‘ macht den Tag gleich schöner.“
Offenheit und Kommunikation sind für sie die wichtigsten Eigenschaften in der Pflege: „Man sollte gerne mit Menschen reden.“ Nicht jeder Tag sei leicht – aber sie spüre auch, wie stark das Miteinander trägt. „Ein gutes Team ist das Wichtigste – für uns und für die Bewohnerinnen und Bewohner.“
Privatleben zwischen Netflix und zwei Katzen
Wenn Lena frei hat, ist sie gerne unterwegs. „Ohne mein Moped, meine Familie und meine Freunde geht bei mir gar nichts.“ Sie macht Ausflüge mit Freund:innen, fährt an den Ibmer See oder unternimmt kleine Touren in der Umgebung.
Zu Hause warten Loui und Pumpernickel – zwei Katzen mit Charakter. Loui ist etwas Besonderes: Er hat keinen Schnurrbart und keine Krallen. Pumpernickel ist ein zugelaufener Neuzugang, der mittlerweile ebenso fest zur Familie gehört.
Zum Abschalten setzt Lena auf Serienmarathons: „Netflix ist mein Ausgleich. Am liebsten Actionserien, die könnte ich ohne Pause durchschauen.“
Pläne und Träume
Beruflich steht für Lena fest: Sie möchte ihre Ausbildung erfolgreich abschließen und die Lehrabschlussprüfung schaffen. Ob sie danach in Maria Schmolln bleibt oder sich in einer anderen Einrichtung weiterentwickelt, will sie spontan entscheiden.
Ihre privaten Träume sind dagegen klarer: eine eigene 450er Supermoto, eine Reise nach Kroatien und ein Treffen mit Swiftymoto, ihrem Lieblings-Freestyler.
„Man lernt unglaublich viel“
An junge Menschen, die ebenfalls über eine Pflegelehre nachdenken, hat Lena einen Rat: „Man sollte die Ausbildung nicht unterschätzen. Man lernt unglaublich viel – nicht nur über Anatomie, sondern auch über Gemeinschaft. Man merkt, wie viel man zusammen erreichen kann.“
So verbindet Lena zwei Welten: die Leidenschaft für Geschwindigkeit, Adrenalin und Motorengeräusche – und die Wärme, Geduld und Nähe, die es in der Pflege braucht.
Start der Pflegelehre 2026
Interessierte können sich direkt in den Lehrbetrieben FraDomo Maria Schmolln und FraDomo Rainbach anmelden. Nach einem Schnuppertag und der Unterzeichnung des Lehrvertrags geht es los: Die Lehrlinge werden von erfahrenen Praxisanleiter:innen begleitet.
Die Pflegelehre ist dual organisiert: rund 80 % Praxis im Lehrbetrieb, 20 % Berufsschule im Blockunterricht. Der Abschluss erfolgt mit der Lehrabschlussprüfung zur Pflegeassistenz (3 Jahre) oder zur Pflegefachassistenz (4 Jahre).
Jugendliche ab 15 Jahren können so früh in den Gesundheits- und Sozialbereich einsteigen. Im ersten Lehrjahr stehen soziale und kommunikative Kompetenzen im Mittelpunkt, danach folgen Schritt für Schritt pflegerische Fertigkeiten – von der Grundpflege über Mobilisation bis zur Unterstützung bei Diagnostik und Therapie.
Lena Priller © Magdalena Wilhelm
Text: Magdalena Wilhelm


