Abschied, Gedenken und Hoffnung Sterbe- und Begräbnisrituale in der Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Vöcklabruck
Totengedenken
Der Tod einer Mitschwester ist für unsere Gemeinschaft ein besonderer Moment des Abschieds und des gemeinsamen Gedenkens. Nach ihrem Tod findet die Aussegnung statt, meist in ihrem Zimmer.
Am Vortag des Begräbnisses versammeln wir uns zum Totengedenken und Erinnern uns im Gebet an die Verstorbene und ihr Leben.
Auch die Parte und das Sterbeandenken (Totenbild) gehören zu dieser Erinnerungskultur. Sie bewahren den Namen und das Andenken an die verstorbene Mitschwester.
In den einzelnen Konventen werden Messen für die verstorbene Schwester gefeiert. So wird ihrer auch über den eigenen Konvent hinaus in der Gemeinschaft gedacht und für sie gebetet.
Text: Sr. Johanna Pobitzer & Sr. Ida Vorel
Schwesternfriedhof und Gruft
Die verstorbenen Mitschwestern unserer Gemeinschaft werden am Vöcklabrucker Stadtfriedhof beigesetzt, dort befinden sich die Gräber unserer Schwestern.
Auch eine Gruft gehört zu den historischen Begräbnisstätten unserer Gemeinschaft. Sie ist heute geschlossen und wird nicht mehr für Beisetzungen genutzt. Früher fanden dort ebenfalls Schwestern ihre letzte Ruhestätte – darunter auch die beiden Gründer unserer Gemeinschaft. Die Gruft befindet sich ebenfalls am Vöcklabrucker Stadtfriedhof.
Totengedenken am Jahresende und Allerseelen
Auch zu Allerseelen und zum Jahreswechsel hat das Gedenken an unsere Verstorbenen einen festen Platz. Die Sterbeandenken der im vergangenen Jahr verstorbenen Schwestern werden beim Gottesdienst und im Refektorium des Mutterhauses aufgestellt. Kerzen erinnern an die Verstorbenen und bei der Jahresschlussandacht werden ihre Namen noch einmal genannt.
Transitus
Am Abend des 3. Oktober erinnern wir uns in einem feierlichen Gottesdienst, meist in Form einer Vesper, an den Tod des heiligen Franziskus. Dabei werden Texte aus seiner Biografie gelesen, die an sein Leben und seinen letzten Weg erinnern. Je nach Konvent wird der Gottesdienstraum für die Feier auch besonders gestaltet.
Foto: © Daniela Kaschke. Wolfgang Lettl, Franziskuszyklus, 1964
Tod des Hl. Franziskus, – eil eines Zyklus mit neun Szenen aus dem Leben des Hl. Franziskus
Abschied in Amerika
Bei unseren Mitschwestern in Amerika wird der Abschied von einer verstorbenen Schwester oft in einer lockeren Gesprächsrunde mit Verwandten und Freunden gestaltet. Dabei wird gemeinsam über ihr Leben, ihre Persönlichkeit und das gesprochen, was sie besonders ausgemacht hat. Auch lustige und persönliche Geschichten finden ihren Platz. Häufig werden die Erinnerungen mit Symbolen oder persönlichen Gegenständen der Verstorbenen verbunden.
Abschied in Kasachstan
Die Bräuche und Rituale rund um den Tod und das Begräbnis eines Menschen in Korneewka und Tonkoschurowka, wo unsere Schwestern leben und arbeiten, sind stark geprägt von der orthodoxen Tradition, auch wenn die Verstorbenen zur katholischen Kirche gehörten, oder keinen Glauben aktiv praktizierten. Verstorbene muslimischen Glaubens werden normalerweise auf dem muslimischen Friedhof in dem Dorf bestattet, aus dem die Familie ursprünglich kommt…
Fotos: Sr. Ida Vorel, pixabay_webandi, Daniela Kaschke, Julia Stazenko





