offen.engagiert - mit Christus an der Seite der Menschen

Franziskanerin werden

Jeder Mensch ist einzigartig. Als Christinnen und Christen glauben wir, dass Gott jedem Menschen Gaben und Fähigkeiten in einer individuellen Kombination geschenkt hat. Diese Gaben und Fähigkeiten zu erkennen und weiterzuentwickeln ist die Grundlage von Berufung.

“Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt” (Johannes 15,16). Manchen Menschen schenkt Gott die Sehnsucht, alles zurückzulassen und ganz auf ihn hin zu leben. Wir Ordensfrauen haben uns für ein bewusstes Leben mit Gott entschieden. Wir setzen uns für andere Menschen ein und wir leben in Gemeinschaft.

“Das Ordensleben hat das Ziel, durch die Ganzhingabe an Gott in der Nachfolge Jesu die Liebe Gottes in der Welt sichtbar zu machen.” (Konstitutionen der Franziskanerinnen von Vöcklabruck 1.2.1)

Als Team für Berufungspastoral der Franziskanerinnen von Vöcklabruck engagieren wir uns für Menschen, die Gottes Spuren in ihrem Leben entdecken und ihnen folgen wollen, die ihre Lebensform suchen oder das Ordensleben kennenlernen möchten.

v.l.: Sr. Elisabeth Pérez Gutiérrez, Sr. Isabel Kamande, Sr. Julia Gold, Sr. Ruth Summer, Sr. Ida Vorel

Berufung - Q & A

Berufung bedeutet, dass Gott jemanden zu einer bestimmten Lebensweise oder Aufgabe ruft. Es geht darum, Gottes Willen für das eigene Leben zu erkennen und darauf zu antworten.

In der christlichen Tradition gibt es verschiedene Arten der Berufung:

  1. Allgemeine Berufung: Alle getauften Menschen sind berufen, in einer Beziehung zu Gott zu leben und nach christlichen Werten zu handeln.
  2. Berufung zu einer Lebensform: Manche fühlen sich zu einem geistlichen Lebensweg gerufen – als Ordensfrau, Priester oder in einem anderen geistlichen Dienst. Andere sind dazu berufen, Ehefrau/Ehemann, Mutter oder Vater, Single oder anderes zu sein.
  3. Tägliche Berufung: Auch innerhalb des Alltags ruft Gott Menschen dazu auf, ihm in kleinen Dingen zu dienen – sei es in der Familie, im Beruf oder im ehrenamtlichen Engagement.

Wenn du dich mehr mit dem Thema “Berufung” auseinandersetzen möchtest, empfehlen wir folgenden Link zur Diözese Linz.

Um Franziskanerin von Vöcklabruck zu werden, ist der erste Schritt der Kontakt zu unserer Gemeinschaft. Es gibt die Möglichkeit, uns zu besuchen und uns kennenzulernen.

Was sind die Voraussetzungen?

Um Ordensfrau bei uns zu werden, muss die Interessentin weiblich und volljährig sein, außerdem sollte sie eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Matura haben. Wenn sie aus einem nicht-deutschsprachigen Land kommt, braucht die Interessentin mindestens das Sprachniveau A1.

Für das Leben in unserer Gemeinschaft braucht es die Entscheidung von zwei Seiten. Einmal die Entscheidung der Interessentin für diese Lebensform und die Entscheidung der Gemeinschaft, die Interessentin in die Gemeinschaft aufzunehmen. Während der gesamten Ausbildungszeit (bis zur Profess auf Lebenszeit) haben die Interessentin und die Gemeinschaft die Aufgabe, die Entscheidung immer wieder zu reflektieren und zu prüfen.

Der Beginn des Ordenslebens in unserer Gemeinschaft ist die sogenannte Aufnahmephase. Das ist eine Zeit des Mitlebens und gegenseitigen Kennenlernens im Ausbildungskonvent und dauert im Normalfall drei Monate*. Anschließend kann die Interessentin in unsere Gemeinschaft eintreten und das Postulat beginnt. Als Zeichen dafür wird das Taukreuz überreicht. In der Zeit des Postulats wohnt die Postulantin im Normalfall im Ausbildungskonvent, geht einer geregelten Arbeit nach und lernt das Ordensleben näher kennen.

*Bei Frauen aus nicht-deutschsprachigen Ländern variiert diese Zeitspanne aufgrund des Spracherwerbs.

Das Noviziat ist die erste intensive Ausbildungszeit und dauert bei uns zwei Jahre. In dieser Zeit lernt die Novizin das geistliche Leben sowie die franziskanische Spiritualität unserer Gemeinschaft, die Ordensregel und das Gemeinschaftsleben kennen. Im zweiten Jahr hat die Novizin die Möglichkeit, Praktika zu machen und so die Aufgaben der Gemeinschaft besser kennenzulernen und in neue Arbeitsbereiche hineinzuschnuppern.

Übrigens:

Bei der Aufnahme ins Noviziat bekommt die Postulantin den Ordensnamen. Der Name ist entweder ein neuer Name, der von der Postulantin selber vorgeschlagen wurde, oder es bleibt der Taufname (sofern es gerade keine Schwester mit dem gleichen Namen gibt).

In unserer Gemeinschaft ist es freigestellt, ob die Schwestern Ordenskleidung tragen oder sich für Zivilkleidung entscheiden. Entscheidet sich die Schwester für Ordenskleidung, bekommt sie bei der Einkleidung das Ordenskleid und einen weißen Schleier. Die Feier heißt bei uns offiziell “Aufnahme ins Noviziat”.

Nach zwei Jahren Noviziat legt die Novizin das erste Mal Profess ab. Sie bekommt, wenn sie sich für Ordenskleidung entschieden hat, einen schwarzen Schleier. Das Juniorat dauert mindestens 5 Jahre. In dieser Zeit lebt die Juniorin in einem Konvent, geht ihrer Arbeit nach oder macht eine Ausbildung und hat regelmäßige Treffen mit der Junioratsleitung und den anderen Junioratsschwestern.

Am Ende dieser Zeit, die vor allem dafür da ist, weiter in das Ordensleben hineinzuwachsen und die Berufung zu vertiefen, ist die ewige Profess. Nach der Ablegung der Gelübde auf Lebenszeit gehört die Schwester mit allen Rechten und Pflichten zur Gemeinschaft.

Die Profess ist das feierliche Versprechen, nach den evangelischen Räten in einer Ordensgemeinschaft zu leben. Wir Franziskanerinnen legen drei Gelübde ab – Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit.

Die Profess wird entweder auf einen bestimmten Zeitraum abgelegt (zeitliche Profess im Juniorat) oder für das ganze Leben (am Ende des Juniorates).

Als Zeichen für die ewige Profess bekommen die Schwestern in unserer Gemeinschaft einen Ring.

Die Berufswahl ist in unserer Gemeinschaft sehr individuell und richtet sich nach den persönlichen Talenten und Fähigkeiten sowie nach dem Gründungsauftrag unserer Gemeinschaft und wird gemeinsam mit der Ordensleitung entschieden. Es gibt die Möglichkeit, im Grundberuf, sofern in Österreich anerkannt, zu arbeiten, oder eine Ausbildung zu machen und so einen neuen beruflichen Weg einzuschlagen.

Eine Berufung kann vielfältig spürbar sein – jede:r Ordensfrau/mann hat eine ganz eigene und individuelle Geschichte. Manche spüren die Berufung schon im Kindesalter, manche durch eine besondere Erfahrung, wieder andere probieren verschiedene Lebensformen aus. Es kann ein starkes Gefühl vom “Ankommen” sein oder eine plötzliche Klarheit im Leben. Es ist durchaus vergleichbar mit “verliebt sein”. Es ist schwierig, die Liebe sachlich zu erklären.

Eine grundsätzliche Offenheit dieser Lebensform gegenüber ist auf jeden Fall eine gute Voraussetzung.

Persönliche Gespräche sind sehr hilfreich – geistliche Begleiter:innen können auf diesem Weg unterstützen.

Hier findest du mögliche Ansprechpartnerinnen

Ja! Es gibt das Angebot, ganz unverbindlich bei uns mitzuleben und eine Zeit lang unser Leben zu teilen. Voraussetzung ist ein persönliches Gespräch mit

Sr. Teresa Hametner
sr.teresa@franziskanerinnen.at
0676 88805 7118

Zuständig:
Sr. Teresa Hametner
sr.teresa@franziskanerinnen.at
+ 43 676 88805 7118

Kontakt Berufungspastoral:

Sr. Julia Gold
sr.julia@franziskanerinnen.at
+43 676 888 056 431