Elisabeth Bloderer: Räume schaffen, die zählen

„Ich sehe mich als Schnittstelle zwischen Praxis, Organisation und Weiterentwicklung“, sagt Elisabeth Bloderer. Die 41-Jährige begleitet als Referentin für Elementarpädagogik Kindergärten, Krabbelstuben und Horte des VfFB in Oberösterreich mit Fachlichkeit, Empathie und dem klaren Blick für das, was Kinder brauchen.

Der Weg dorthin begann früh. Als Jugendliche babysittete Elisabeth Bloderer regelmäßig – und merkte: Kinder faszinieren sie. Ihre Neugier, ihre Offenheit, die Unvorhersehbarkeit jedes einzelnen Tages. „Kein Tag gleicht dem anderen“, sagt sie. Dieses Gefühl hat sie nie losgelassen.

Gelernt, wo es darauf ankommt

Prägende Jahre verbrachte sie in der pädagogischen Praxis und als Einrichtungsleiterin. Dort lernte sie den Alltag einer elementaren Bildungseinrichtung in seiner ganzen Vielfalt kennen. „Gleichzeitig habe ich gelernt, wie wichtig gute Zusammenarbeit, gegenseitige Wertschätzung und verlässliche Rahmenbedingungen sind.“.

Den nächsten Schritt machte sie mit einem berufsbegleitenden Studium: „Sozialmanagement in der Elementarpädagogik“ an der FH Wien. Theorie und Praxis zu verbinden, erweiterte ihren fachlichen Horizont. Zu ihrer heutigen Aufgabe fand sie aufgrund „unvorhersehbarer privater Umstände und auf Empfehlung eines früheren Vorgesetzten.“ Ausschlaggebend war auch ihr Wunsch, nicht nur unmittelbar mit Kindern zu arbeiten, sondern auf struktureller Ebene mitzugestalten.

Vom „Das geht nicht“ zum „Probieren wir es“

Eine Situation beschreibt ihre Arbeit besonders treffend. „Zunächst steht in einem Gespräch ein konkretes Problem im Raum. Im Austausch öffnen sich neue Möglichkeiten. Aus Das funktioniert bei uns nicht wird ein Probieren wir es gemeinsam aus.“ Für Elisabeth Bloderer zeigt sich darin die Kraft guter, wertschätzender Zusammenarbeit: zuhören, unterschiedliche Sichtweisen ernst nehmen, gemeinsam ins Handeln kommen.

Genau diese Vielfalt reizt sie an ihrer Arbeit. Unterschiedliche Menschen, Einrichtungen, Fragestellungen – immer neue Perspektiven. Sie stößt Entwicklungen an, sucht gemeinsam nach Lösungen und freut sich, wenn aus einer Idee eine konkrete Verbesserung wird. „Die Menschen sind die schönste Seite meiner Arbeit“, betont sie.

Anforderungen, die wachsen

Die Lebenswelten von Kindern und Familien werden vielfältiger, komplexer. Die Anforderungen an elementarpädagogische Einrichtungen sind gestiegen. Der Wandel fordert Elisabeth Bloderer täglich: Veränderungen aufgreifen, gemeinsam umsetzen, Qualität sichern – und das alles gleichzeitig. Dazu kommt die persönliche Herausforderung, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen.

Elisabeth Bloderer ist alleinerziehende Mutter eines Sohnes. Seine Geburt habe ihr eine weitere Perspektive geschenkt, meint sie: „Seither kenne ich auch den Alltag von Erziehungsberechtigten und die damit verbundenen Herausforderungen.“ Energie holt sie sich in ihrer kleinen Familie, aus der Zeit mit Menschen, die ihr wichtig sind, und in bewussten Momenten des Abschaltens: Pilates, Yoga, Wandern, Bogenschießen. Kochen, Backen, Räume gestalten, die Liebe zu Kräutern und reisen, wenn die Zeit es zulässt.

Was sie sich wünscht

Für die Zukunft wünscht sich Elisabeth Bloderer, dass die Bedeutung der Elementarpädagogik noch stärker wahrgenommen wird. „Kinder brauchen gute Bildungs- und Entwicklungsräume – und Menschen, die sie mit Fachlichkeit, Herz und Freude begleiten.“ Dafür brauche es verlässliche Rahmenbedingungen und den Mut, gemeinsam neue Wege zu gehen.

Elisabeth Bloderer möchte ihren Teil dazu beitragen. Mit klarem Blick auf die Praxis und der Überzeugung, dass nachhaltige Veränderung dort beginnt, wo Menschen einander zuhören und gemeinsam ins Tun kommen.

Elisabeth Bloderer, Referentin für Elementarpädagogik im Verein für Franziskanische Bildung: „Kinder brauchen gute Bildungs- und Entwicklungsräume – und Menschen, die sie mit Fachlichkeit, Herz und Freude begleiten.“

Fotos: privat

Abschalten beim Bogenschießen.

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