Daniela Casapicola, Leiterin der FraGastro Ottnang: Energisch, empathisch und ein kleiner Alpha
Sie trinkt gerne Kaffee, ist überzeugte Frühaufsteherin und liebt den Sommer ebenso wie Spaghetti Bolognese. Daniela Casapicola braucht kein großes Tamtam – sie ist authentisch, direkt und voller Energie. Wichtig sind ihr die Menschen: ihre Familie, ihr Freundeskreis, alle, die sie begleiten.
Daniela eine Wirtshaustochter – das Gasthaus war ihr Spielplatz, die Küche ihr Zuhause. Köchin wollte sie immer werden. Heute leitet sie die Küche der FraGastro in Ottnang – in jenem Gebäude, das einst ihr Stiefvater als Bürgermeister miterrichtet hat.
Wichtig: das Miteinander
Ein typischer Arbeitstag beginnt für Daniela früh im Büro, bevor sie sich gemeinsam mit Lehrling Martin ans Kochen macht. Von ihm hat sie viel gelernt – vor allem Ruhe. „Die Jungen sehen die Welt mit anderen Augen. Das tut gut.“
Überhaupt ist es das Miteinander, das sie antreibt: die unterschiedlichen Charaktere, das Zusammensein, die Einblicke in den Pflegealltag. Für Daniela ist klar: Sie kann und will mit und für Menschen arbeiten. Und sie ist eine Teamplayerin – auch wenn sie schmunzelnd sagt: „Ich bin schon ein kleiner Alpha.“ Eine Kollegin beschreibt sie als impulsiv, dominant und zugleich verspielt, manchmal etwas verrückt: „Wie eine Katze – erst ein bisschen kratzbürstig, dann wieder schnurrend.“
Nichts auf später verschieben
Herausforderungen kennt sie gut – etwa, als sie von einem Tag auf den anderen die Verantwortung für die FraGastro in Ottnang übernahm. Sie führte neue Strukturen ein, räumte um und baute auf.
Auch privat ist sie mit Herausforderungen konfrontiert, allen voran mit einer schweren Erkrankung in ihrer Familie. „Wenn man weiß, dass das Leben endlich ist, erlebt man gemeinsame Zeit viel intensiver“, sagt sie. Heute spricht sie bewusst aus, wie sehr sie jemanden schätzt, statt damit zu warten.
Halt geben ihr ihre Familie, das starke Führungsteam im FraDomo Ottnang, ihr Freundeskreis – und ihr Hund. Mit ihm läuft sie, fährt Rad und tankt Kraft.
Der Spirit der Franziskanerinnen ist für sie im Alltag spürbar: gelebte Nächstenliebe, bewusst füreinander da sein. Durch ihre Arbeit hier hat sie auch ihren Zugang zum Glauben neu gefunden. „Ich bin stolz, sagen zu können: Ich arbeite bei den Franziskanerinnen.“
Besonders gerne erinnert sie sich an die Erstkommunion ihres Patenkindes: Alle waren eingeladen, verkleidet zu kommen. Am Ende war Daniela die Einzige, die die Idee tatsächlich umsetzte – im Hummerkostüm stand sie in der Kirche. Ein Moment, der für sie typisch ist: unkonventionell, lebensfroh und mit feinem Humor.
Daniela ist eine Partylöwin. Sie geht gerne auf Konzerte, liebt die Natur. Motörhead läuft laut, danach ein Espresso – und raus mit dem Hund.
Häuser bauen aus Leidenschaft
Besonders stolz ist sie auf ihr bislang größtes Projekt: Ein 225 Jahre altes Bergbauernhaus hat sie gemeinsam mit Freund:innen nahezu von Grund auf neu aufgebaut. 600 Quadratmeter, 58 Fenster, vier Mietwohnungen. Zwei Jahre Planung, weitere zwei Jahre Bauzeit.
Das nächste Projekt steht bereits in den Startlöchern: ihr mittlerweile viertes Haus – ein Bungalow, den sie selbst, mit großer Unterstützung ihres Freundeskreises, errichtet. Mit derselben Leidenschaft will sie es Schritt für Schritt verwirklichen.
Freundschaft wird in Danielas Umfeld kreativ gelebt: Man lässt sich gegenseitig Tattoos stechen. „Mein Gesicht ist auf drei von ihnen zu sehen“, erzählt sie lachend.
Und dann ist da noch der Wunsch, die Welt zu entdecken. Eine spannende Familiengeschichte führte sie zu einem neu entdeckten Großcousin in Irland – gefunden über die Tagebücher ihrer Großväter. Seither ist klar: Eines Tages will sie ihre irische Verwandtschaft persönlich kennenlernen.
Wo sie sich in zehn Jahren sieht? „Zufrieden. Und gesund.“ Jungen Menschen, die überlegen, bei der FraGastro zu beginnen, sagt sie: „So einen schönen Arbeitsplatz wie hier findet ihr kein zweites Mal.“ Denn eines ist ihr besonders wichtig: sich immer bewusst zu sein, was man im Moment hat.
(wil)
Daniela Casapicola, 46, Leiterin der FraGastro in Ottnang, wollte schon als Kind Köchin werden.
© Johanna Gerner
Dieser Beitrag erscheint im FranziskanerinnenMagazin 1/2026.
