„Dem Leben offen begegnen“ – Impuls zu Ostern aus dem Frei.Raum

Ostern ist eine Zeit des Übergangs. Die Tage werden länger, das Licht kehrt spürbar zurück, und die Natur beginnt, sich neu zu entfalten. Knospen brechen auf, erste Blüten zeigen sich, und das Leben, das im Winter scheinbar stillstand, wird wieder sichtbar.

Unabhängig von religiösen Deutungen steht diese Zeit seit jeher für Erneuerung und Wandel. Sie erinnert daran, dass Rückzug und Ruhe ebenso zum Leben gehören wie Wachstum und Aufbruch. Nach Phasen der Stille entsteht Raum für Neues.

Ostern kann so als Einladung verstanden werden, innezuhalten und aufmerksam zu werden für das, was im eigenen Leben gerade im Entstehen ist: Welche Ideen dürfen wachsen? Was dürfen wir hinter uns lassen? Und wo zeigt sich vielleicht schon ein erster, zarter Anfang?

Gerade in solchen Zeiten des Übergangs wird spürbar, wie eng Offenheit und Vertrauen miteinander verbunden sind. Wo wir uns dem Neuen öffnen, sind wir zugleich darauf angewiesen, dass uns Vertrauen entgegengebracht wird – und dass wir selbst den Mut finden zu vertrauen.

So erlebe ich es auch ganz persönlich in diesen Wochen: Mit Offenheit bin ich von den Franziskanerinnen als neue Leiterin des Frei.Raum empfangen worden, Vertrauen wird mir entgegengebracht. Aus diesem Angenommensein wächst in mir der Mut, selbst offen und vertrauensvoll in die Zukunft zu gehen.

Mit dieser Haltung blicke ich auf meine neuen Aufgaben – und darauf, was hier im Frei.Raum entstehen und wachsen darf. Vieles ist noch im Werden, manches ganz zart und kaum sichtbar. Gerade darin liegt eine besondere Qualität: nicht alles festlegen zu müssen, sondern aufmerksam zu begleiten, zu ordnen, was war, und offen zu sein für das, was kommt.

So spiegelt sich in meinem persönlichen Erleben auch das wider, was diese Zeit insgesamt prägt: Zwischen Winter und Sommer liegt ein Moment der Balance. Eine stille Zwischenzeit, die einlädt, sich neu auszurichten, Altes loszulassen und dem Kommenden mit Offenheit zu begegnen.

Dem Leben Raum geben – auch den leisen, vielleicht unbequemen Seiten. Wahrzunehmen, was in uns lebt, und es da sein zu lassen, auch das bedeutet Offenheit.

Damit wir diese in ihrer ganzen Tiefe spüren können, braucht es Vertrauen – Vertrauen ins Leben und Vertrauen in Christus, der mit uns geht.

So kann diese Zeit für uns alle eine Einladung sein, achtsam weiterzugehen: Altes loszulassen, Neues willkommen zu heißen und dem eigenen Weg mit wachsendem Vertrauen zu begegnen.

Brechen wir auf – offen für das Leben, so wie es sich zeigt.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Osterzeit – erfüllt von Vertrauen, innerer Ruhe und der Offenheit, sich dem Leben mit all seinen Möglichkeiten hinzugeben.
Möge diese Zeit Ihnen neue Kraft schenken, Ihr Herz mit Zuversicht erfüllen und Sie auf Ihrem Weg liebevoll begleiten.

 

Mag. a Elke Maria Mayr
Leiterin Frei.Raum

 

Osterimpuls (c) Zed Akxis, Unsplash

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