Melanie Schmid: „Was mein Leben ausmacht, ist eigentlich alles im sozialen Bereich.“
Die 23-jährige Melanie Schmid leitet den Kindergarten in Frankenburg
33 pädagogische Mitarbeiter:innen, rund 180 Kinder, Verantwortung für Organisation, Personal und Pädagogik – und das mit 23 Jahren. Seit Herbst 2025 steht Melanie Schmid an der Spitze des Kindergartens Frankenburg, des größten Hauses im elementarpädagogischen Bereich im Verein für Franziskanische Bildung (VfFB). Wer ihr begegnet, spürt schnell: Hier arbeitet jemand mit Überzeugung und Begeisterung.
Nach der Matura an der BAfEP in Ried im Innkreis begann sie direkt in Frankenburg – in einem Jahr des Aufbruchs. Zwei neue Gruppen starteten, viele neue Kolleginnen ebenso. Schmid übernahm eine Gruppe und unterstützte parallel die damalige Leiterin Maria Gebetsberger. „Ich bin da eigentlich hineingerutscht“, sagt sie. Aus ersten organisatorischen Aufgaben wurden fixe Stunden als Leitungsassistenz, später übernahm sie die stellvertretende Leitung. Ihre Vorgängerin habe sie gezielt aufgebaut und ihr Verantwortung zugetraut.
VfFB bietet Rückhalt
Als die Leitungsstelle neu ausgeschrieben wurde, zögerte sie dennoch. „Ich konnte es mir vorstellen – aber ich wollte meine Gruppe nicht aufgeben.“ Heute verbindet sie Dienstpläne, Administration und Organisation auf der einen Seite, pädagogische Arbeit auf der anderen. Unterstützt wird sie von einer erfahrenen Sekretärin, fachlich begleitet von der zuständigen Referentin des VfFB, Elisabeth Bloderer. „Ich bin nicht allein. Man kann sich austauschen. Das ist das Großartige am VfFB, das macht einen Riesenunterschied.“
Akzeptanzprobleme wegen ihres Alters hat sie keine. Im Gegenteil. „Das Team hat mich ermutigt, die Verantwortung zu übernehmen.“ Dass sie weiterhin selbst in der Gruppe arbeitet, stärkt ihre Position. Sie weiß, wovon sie spricht.
Wenn Gespräche nahegehen
Herausfordernd sind für sie weniger organisatorische Fragen als zwischenmenschliche Situationen. Schwierige Elterngespräche etwa, in denen Klarheit gefragt ist. „Ich bin eher ein gutmütiger Mensch“, sagt sie offen. Doch mit Vorbereitung und Rückhalt wachse die Sicherheit – und der Mut, auch Unangenehmes anzusprechen. Besonders intensiv seien Gespräche rund um das Kindeswohl. „Was sich dahinter zeigt, und was Gespräche bewirken können – das geht nahe.“
Kinder stärken, Eltern begleiten
In der Arbeit mit den Kindern beobachtet Melanie Schmid, dass digitale Medien oft früh den Alltag prägen. Gleichzeitig bringen manche Kinder Unsicherheiten in Sprache, Bewegung oder Selbstständigkeit mit. Teilweise erleben Kinder viel Fürsorge, andere wiederum wenig Begleitung im Alltag – der Kindergarten wird damit immer mehr zu einem Ort des Ausgleichs. „Die Kinder stärken, die Eltern sensibel begleiten – das sehe ich als unsere zentrale Aufgabe“, sagt sie.
Energie schöpft sie aus Beziehungen: Familie, Freundeskreis, Engagement in Pfarre, Jungschar und Landjugend. Sie spielt Gitarre, ist gerne unter Menschen. „Wenn ich darüber nachdenke, ist eigentlich alles, was mein Leben ausmacht, im sozialen Bereich.“
Und die Zukunft? „Eigene Kinder kann ich mir schon vorstellen. Aber im Moment gehört meine Energie dem Kindergarten.“
Die jüngste Führungskraft in der VfFB-Familie leitet den größten Kindergarten: Melanie Schmid, 23, ist Leiterin des Kindergartens Frankenburg mit rund 180 Kindern in neun Gruppen.
Foto (c) Kerstin Paulus
Dieser Beitrag erschien im FranziskanerinnenMagazin 1/2026.
