Sr. Gloria Stephen: „Ich wusste: Gott führt mich, ich gehe nicht ins Leere.“

Für Sr. Gloria ist Vertrauen keine vage Hoffnung, sondern eine bewusste Entscheidung. „Vertrauen heißt für mich, mich auf jemanden zu verlassen – auch wenn ich den Weg noch nicht klar sehe“, sagt die 42-jährige.  

Sr. Gloria stammt aus Zonkwa im Bundesstaat Kaduna im nördlichen Nigeria. Sie wuchs sie in einer katholischen Familie mit zwei Brüdern und einer Schwester auf. Schon als Schülerin beeindruckten sie die Ordensfrauen an ihrer Schule. „Ich habe meinen Vater gefragt, welches Leben diese Schwestern führen. Er sagte: ein Leben in Stille und Gebet. Da wusste ich: So möchte ich auch leben.“

Doch ihr Weg war kein geradliniger. Nach einem Diplomstudium in Massenkommunikation und einem späteren Master in Pastoraler Kommunikation trat sie zunächst in eine junge Kongregation ein. Als deren Zukunft ungewiss wurde, traf sie eine mutige Entscheidung: „Ich hatte keine Krise meiner Berufung – aber ich hatte Angst um die Zukunft der Gemeinschaft. Also bin ich gegangen.“

Es folgten drei Jahre des Wartens, Suchens und Hoffens. „Manchmal habe ich gefragt: Warum antwortet niemand? Ich zweifelte oft, mein Vertrauen wankte. Aber ich wusste, Gott führt mich, ich gehe nicht ins Leere.“

2022 kam sie schließlich zu den Franziskanerinnen von Vöcklabruck. Nach dem Kennenlernen und Mitleben absolvierte sie die Ordensausbildung – im Herbst 2025 legte sie ihre ersten zeitlichen Gelübde ab. „Ich wurde mit so viel Herzlichkeit aufgenommen. Wenn man so angenommen wird, fühlt man sich zuhause.“

Vertrauen, sagt Sr. Gloria, sei zeitlos: „Es trägt. Es gibt Mut. Und es lässt mich jeden neuen Schritt gehen.“

Sr. Gloria STephen (c) Fischbacher

Sr. Gloria Stephen am Tag ihrer ersten zeitlichen Profess im September 2025

Foto (c) Fischbacher

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