Sr. Maria Assunta Paul: „Ich wusste zwar nicht, wo, aber was das Ziel war, deshalb bin ich gelaufen.“

Vertrauen ist für Sr. Maria Assunta kein Gefühl, sondern ein geistlicher Grundton. „Es ist einmal die Geborgenheit in Gott“, sagt sie. Dazu komme „eine Haltung der Hoffnung und der Gewissheit“. Hoffnung, denn „Im Blick auf Gott hat die Hoffnung für mich Vertrauen in sich“. Vertrauen sei „ein Geschenk – etwas, das man empfängt: ob man es gibt oder bekommt“.

Sr. M. Assunta wurde 1941 in Chemnitz geboren – als Jüngste von vier Kindern und einziges Mädchen. Der Vater war im Krieg, die Familie verlor ihr Zuhause. Als die Eltern nach Kriegsende vor den Trümmern standen, sagte der Vater: „Dem weinen wir keine Tränen nach. Wir sind dankbar, dass wir als Familie zusammen sind.“ In dieser Zeit lernte sie ein Urvertrauen, das sie bis heute trägt.

Kirche war für sie auch in DDR-Zeiten immer präsent: In der katholischen Familie wurde – über Jahrzehnte – am 23. jedes Monats, dem Geburtstag des Vaters, gemeinsam der Rosenkranz gebetet. Gleichzeitig war Sr. M. Assuntas Schulzeit im Osten „stalinistisch-kommunistisch geprägt“. Sie blieb – wie ihre Brüder – wach, standhaft, auch „mit einer Portion Frechheit und Gottvertrauen“.

Ihre Berufung beschreibt sie erstaunlich konkret: „Ich kann fast die Uhrzeit noch sagen: am 24. November 1958 … da stand Jesus wirklich vor mir und sagte: ‚Du, ich will dich.‘ Da habe ich Ja gesagt.“ Zehn Jahre lebte sie bei den Franziskanerinnen – damals noch „Schulschwestern vom hl. Franziskus“ – in Brandenburg, spürte jedoch immer stärker den Ruf zu einem kontemplativen Leben, „noch intensiver zu Jesus hin.“ Schließlich wechselte sie zu den Bautzener Klarissen – ein Weg mit mehreren Stationen, immer wieder mit Kurswechsel, ohne Zweifel und Angst.

„Natürlich kenne ich auch Zweifel – aber nicht an der Berufung, sondern an meiner Haltung zur Berufung.“ Heute lebt Sr. M. Assunta gemeinsam mit ihrer Mitschwester Sr. Mary Francis wieder bei den Franziskanerinnen von Vöcklabruck – die beiden haben nach längerer Suche im Mutterhaus ein Quartier und eine Gemeinschaft gefunden. Zuvor hatten sie den Standort der Klarissen in Bautzen aufgrund einer Veränderung verlassen – mittlerweile wurde er aufgelöst. Sie sagt, sie leben „in großer Nähe zur Anbetung – das war die Bedingung. Es ist der Wille Gottes, und somit ist es richtig. Wir beide sind sehr dankbar für alles.“

Sr. Assunta Paul Foto (c) Sametinger

Nach längerer Suche lebt Sr. M. Assunta seit Herbst 2025 gemeinsam mit ihrer Mitschwester Sr. Mary Francis – beide sind Bautzener Klarissen – im Mutterhaus der Franziskanerinnen von Vöcklabruck.

Foto (c) Sametinger

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