„Über den Tod zu sprechen bedeutet auch, über das Leben zu sprechen.“

Veranstaltung & Magazin – Franziskanerinnen rücken die Endlichkeit in den Fokus

 

Der 800. Todestag des hl. Franz von Assisi am 3. Oktober, Allerheiligen und Allerseelen Anfang November oder einfach die Tatsache, dass der Tod – so scheint es – immer mehr aus dem Leben gedrängt wird, weil man sich nicht damit beschäftigen will. Für die Franziskanerinnen von Vöcklabruck gibt es genügend Gründe und Anlässe, das Thema im heurigen Herbst in den Fokus zu rücken.

 „Über den Tod zu sprechen bedeutet auch, über das Leben zu sprechen.“ Mit diesen Worten begrüßte Elke Mayr, Leiterin des Frei.Raums, die rund 70 Gäste, die am 2. November den Vortrag von Martin Prein im Rahmen der Veranstaltung „Zukunfts.Raum Endlichkeit“ besuchten. Und sie hat nicht zu viel versprochen: Denn der Psychologe und Thanatologe Martin Prein ging in seinem Vortrag der menschlichen Psyche auf den Grund. Warum löst die Präsenz eines Leichnams – „intensivstes Zeugnis des Todes“ – in uns widersprüchliche Gefühle aus? Trauer und Nicht-Wahrhaben-Wollen des Abschieds, Angst vor dem Tod als „radikal Unbekannten“, aber auch das Bedürfnis, damit nichts zu tun zu haben. Wer sich auf den Tod vorbereiten will, brauche „Ohnmachtskompetenz“, die man das ganze Leben lang lernen könne. Martin Prein: „Es geht darum, zuzulassen, was wir nicht beeinflussen können: den zweistündigen Stau auf der Autobahn, der die Pläne für den Abend durchkreuzt, die Krankheit, die unser Leben beeinflusst, die Trennung oder einen Schicksalsschlag. Wir Menschen haben das Bedürfnis zu handeln. Wir müssen aber auch lernen, das Unangenehme auszuhalten.“ Prein näherte sich dem Thema humorvoll mit Anekdoten aus seinem Leben, Witzen und viel Leichtigkeit.

Nach dem Vortrag bot sich bei Getränken und Imbissen die Gelegenheit zum Austausch mit dem Vortragenden, Schwestern, einer Trauerbegleiterin und den Inhabern eines Bestattungsunternehmens.

In der Veranstaltungsreihe ZukunftsRäume schaffen die Franziskanerinnen von Vöcklabruck Raum für Impulse und Austausch zu gesellschaftlich relevanten Themen.

FranziskanerinnenMagazin: Bruder Tod?

Soeben erschienen ist das aktuelle FranziskanerinnenMagazin mit dem Titel „Bruder Tod?“ Ein Thema, das uns alle betrifft und viel Raum für persönliche, spirituelle und gesellschaftliche Auseinandersetzung eröffnet.

Das Sterben wird darin aus vielen Perspektiven beleuchtet: Was hilft Eltern, wenn ihr Kind vor oder bei der Geburt stirbt? Warum glaubt der Bestatter Jörg Bauer nicht an den Tod? Wie geht man im Hospiz Sankt Barbara mit dem Tod um, der hier naturgemäß immer präsent ist? Welche Rituale haben die Franziskanerinnen von Vöcklabruck, wenn es um Abschied, Gedenken und Hoffnung geht? Und wie ging Franz von Assisi mit dem Sterben um?

Das Magazin kann kostenlos bestellt werden: generalsekretariat@franziskanerinnen.at

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Martin Prein ist Psychologe, Thanatologe, Autor und Vortragender und betreibt eine Praxis für Psychologie und Thanatologie in Linz. Dem Tod näherte er sich aus verschiedenen Perspektiven, u.a. als Rettungssanitäter, in der Krisenintervention und als Bestatter.

ZumunftsRaum Endlichkeit

Frei.Raum Leiterin Elke Mayr: „Über den Tod zu sprechen bedeutet auch, über das Leben zu sprechen.“

Fotos (c) CommS

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