#news aus dem Berufungspastoral-Team

Juli 2026

#augenhöhe

 

Wie gut tut es uns, wenn uns Menschen auf Augenhöhe begegnen?
Mega oder?

Manchmal ist es aber auch notwendig, dass wir selber ganz bewusst „vom Pferd steigen“ und anderen auf Augenhöhe begegnen.

Diese Erfahrung hat auch der hl. Franziskus gemacht, als er einem Aussätzigen begegnet ist. Es wird erzählt, dass er auf seinem Pferd durch die Ebene ritt und dem Aussätzigen begegnete, und er sich irrsinnig gegraust hat. Aber – er spürt dem Impuls vom Pferd zu springen und ihn zu küssen. Am Ende seines Lebens wird Franziskus selber in seinem Testament schreiben: „mir wurde das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Lebens verwandelt.“

Beim letzten Chill&Pray bei uns im Mutterhausgarten im Juni war genau diese Geschichte der Impuls für die Predigt bei der Vesper, drei Gedanken möchte ich mit euch teilen:

  1. Augenhöhe beginnt dort, wo ich vom Pferd steige

Die wichtigste Bewegung in dieser Geschichte ist „er sprang vom Pferd“.
Auf unseren Pferden sind wir alle größer, schneller, mächtiger und schauen auf die anderen herab, nicht nur körperlich, sondern auch innerlich.
Was sind unsere Pferde heute?
Leistung, Status & Rollen, Überlegenheit im Denken, Vorurteile, spirituelle Überlegenheit…
Erst durch das bewusste Absteigen ist Augenhöhe möglich.

  • Was ist dein persönliches Pferd?
  • Bist du bereit, abzusteigen?

 

  1. Gott begegnet uns auf Augenhöhe

Das Überraschende am Christentum ist ja, dass Gott „selber vom Pferd steigt“ und Mensch wird.
Er teilt Hunger, Müdigkeit, Sorgen, Schmerz, Freude.

  • Wenn Gott uns auf Augenhöhe begegnet, was hindert dich daran, diesen Blick auch anderen zu schenken?

 

  1. Geliebt sein macht Augenhöhe möglich

Warum konnte Franziskus den Aussätzigen küssen, wenn er doch voller Ekel war?
Vielleicht, weil er an diesem Punkt in seinem Leben etwas so langsam begreift – Ich bin von Gott geliebt.
Franziskus braucht das Pferd nicht mehr.
Wer sich von Gott geliebt weiß, kann andere ansehen, ohne Angst oder Überheblichkeit.
Schau auf dein eigenes Pferd – brauchst du es wirklich?
Wir sind von Gott geliebt. Wir müssen unseren Wert nicht beweisen.

  • Auf einer Skala von 1 – 10, wie gut kannst du das schon glauben?

 

Soweit ein kleiner Auszug aus den Predigtgedanken – übrigens, das nächste Chill&Pray findet am 26. September um 17:00 Uhr im Kapuzinerkloster Salzburg statt – komm doch vorbei!

 

PS: Es gibt jetzt eine WhatsAppGruppe für junge Erwachsene,
komm dazu, wenn du aktuelle News bekommen möchtest!
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Übrigens können in der Gruppe nur die Admins schreiben,
du wirst also nicht zugespamt!

Lagerfeuer im Mutterhausgarten beim Chill & Pray am 27.06.2026

Sr. Ida Vorel

Juni 2026

Was ich tue, prägt mich und mein Leben

 

In den letzten Monaten gab es in Österreich ein bestens dokumentiertes dreiwöchiges Smartphone-Experiment. In den Tagen nach Pfingsten wurden die Ergebnisse der Jugendlichen veröffentlicht. Dabei kam unter anderem heraus, dass die Schlafqualität und das Wohlbefinden sich im Laufe der drei Wochen deutlich steigerten. Ich bewundere zutiefst alle Menschen, welche an diesem Experiment teilnahmen, und die Zeit durchgehalten haben – meine Hochachtung dafür. Ich freue mich zutiefst mit ihnen, dass sie sich dem gestellt haben und das durchgestanden haben. Was mit der so gewonnen Zeit geschah, finde ich beachtenswert. Viele benennen, dass sie mehr Kreativität gelebt haben. Langfristig wird eine andere Nutzung der Medien prognostiziert, das wird sich weisen. Das finde ich nicht nur spannend, sondern bedenkenswert. Mir stellt sich die Frage was tue ich, und wie prägt das mein Leben?

Zeitgleich, um Pfingsten, erschien die neue Enzyklika von Papst Leo XVI: Magnifica humanitas. Die großartige Menschheit muss mit den neuen Medien und Techniken gut umgehen lernen. Nicht nur die Generation Z ist gefordert, sondern wir alle – jede und jeder Einzelne. Das möchte ich mit dem folgenden Zitat nochmals bestärken und bekräftigen:

„… Wenn jede Frau und jeder Mann dazu berufen ist, das eigene Leben selbst zu gestalten und am Aufbau der Gesellschaft mitzuwirken, dann muss auch die Organisationsform der Gesellschaft diese Verantwortung achten und fördern. Die Soziallehre der Kirche bezeichnet das Prinzip, wonach das, was Einzelpersonen, Familien, lokale Gemeinschaften und intermediäre Körperschaften leisten können, nicht von übergeordneten Instanzen an sich gezogen werden darf, als „Subsidiarität“. Die übergeordneten Institutionen müssen die Freiheit und Kreativität der unteren Ebenen anerkennen, schützen und fördern sowie deren Beiträge koordinieren, damit sie wirksam dem Gemeinwohl dienen.“ aus: Papst Leo XVI.: Magnifica humanitas, Nr. 68.

Als Einzelne sind wir in die Pflicht genommen, das je unsere zu tun. Dazu fallen mir einige Fragen ein:

  • Was prägt dich?
  • Was machst du für…?
  • Was machst du mit freien Zeiten?
  • Wofür möchtest du mehr Zeit haben?
  • Was magst du am Ende deines Lebens erreicht haben?

Foto: privat (Sr. Ruth Summer)

Anregung aus der Enzyklika MAGNIFICA HUMANITAS

 

Kurz vor Pfingsten habe ich den ersten Artikel über die Bewahrung der Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz gelesen. Die Enzyklika startet im lateinischen mit den Worten: großartige Menschheit. Diese Worte deuten auf eine große Ehre dem Menschen gegenüber hin, der Mensch empfängt Gaben. Menschliche Aufgabe ist es, die Aufgaben die das Leben stellt zu lösen. Es hat einige Tage gedauert, bis ich das Lehrschreiben gesucht habe, es lohnt sich alleine schon den Start der Enzyklika auf Deutsch zu lesen:

„Die von Gott geschaffene großartige Menschheit steht heute vor einer entscheidenden Wahl: Entweder sie errichtet einen neuen Turm zu Babel oder sie erbaut die Stadt, in der Gott und die Menschheit gemeinsam wohnen. Jede Generation erbt die Aufgabe, die eigene Zeit zu gestalten, damit die Geschichte zu einem Ort reifen kann, an dem die Würde jedes Menschen gewahrt, Gerechtigkeit gefördert und Geschwisterlichkeit ermöglicht wird. Doch jeder Epoche droht die Gefahr, dass die Welt unmenschlich und ungerechter wird. Wo die Menschheit riskiert, ihr wahres Gesicht zu verlieren, da erheben wir Christen unseren Blick zu dem Gott, der Mensch geworden ist, in dem Wissen, dass sich »nur im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen wahrhaft« aufklärt. Diese großartige Menschheit wird in Jesus Christus zum Weg, zur Wahrheit und zum Leben und eröffnet jedem von uns den Weg zur Erfüllung.“ aus: der Enzyklika Maganifica Humanitas von Papst Leo XIV, Nr. 1

 

Spontan kamen in mir folgende Fragen auf:

  1. Wie kann ich konkret heute zur Würde, Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit beitragen?
  2. Was trage ich zur Menschlichkeit bei?
  3. Wo erlebe ich gerade Fülle oder Erfüllung?

Foto: privat (Sr. Ruth Summer)

Sr. Ruth Summer

Mai 2026

Gottsuche

 

In Linz beim Pfingstfest der Jugend gewesen.
Sr. Isabel und ich
– und hunderte andere Christ:innen,
vorwiegend junge Menschen.

Wir feierten den Heiligen Geist.
Und den Glauben.
Und das Leben.
Und die Freiheit,
zu der uns Jesus befreit.
Und die Liebe,
die wir erfahren und die wir schenken.

Zu Beginn wurden wir eingeladen, mit einem Kugelschreiber auf unsere Hand zu schreiben, was wir vom Heiligen Geist erbitten. Ich schrieb: Kraft und Rat.

Was erbittest du vom Geist Gottes?
Schreib es dir auf die Hand
und warte mit wachen Augen und offenem Herzen,
was Gott tun wird.

Sr. Julia Gold

Sr. Julia Gold

April 2026

Mein Heimaturlaub in Kenia 2026

 

Im Februar dieses Jahres war ich auf Heimaturlaub in Kenia. Ich möchte mit euch ein paar Erlebnisse während meines Urlaubs teilen. Die Zeit mit meiner Familie hat mich sehr erfüllt. Die erste Woche war wegen der Umstellung vom kalten Wetter zur Wärme nicht einfach, doch später wurde es durch den Regen angenehmer.

Ich nahm an der jährlichen Wallfahrt auf den Berg Komarock in der Diözese Machakos teil. Es war beeindruckend, so viele Gläubige zu sehen (siehe erstes Foto). Einige Pilger: innen aus meiner Pfarre waren sogar fünf Tage zu Fuß dorthin unterwegs.

Die heilige Messe war sehr lebendig und hat mich tief berührt. Es wurden so viele Lebensmittel und Tiere (z.B. Ziegen, Schafe) als Dank gespendet, dass sie mit einem Lastwagen auf den Komarock transportiert werden mussten. In Kenia ist es normal, bei der Gabenbereitung Geld und Naturalien als Gaben zu bringen. Auf dem zweiten Foto sieht man gespendete Lebensmittel wie Reis und Zucker in großen Säcken.

Einen Teil der Fastenzeit verbrachte ich in Kenia und ich besuchte mit meinen Eltern viele Verwandte. Vor meiner Rückreise feierten wir ein gemeinsames Fest im Rahmen der Familie. Wir bereiteten eine Ziege zu, was für mich große Wertschätzung durch meine Familie ausdrückte. Die Reise war insgesamt sehr schön.

Sr. Isabel Kamande

März 2026

Hoffnung

 

Sagt dir das Wort „Frequenzillusion“ etwas?
Vielleicht nicht, aber kennen tust du es bestimmt, da bin ich mir sehr sicher!

Frequenzillusion beschreibt das Phänomen, wenn einem etwas zum ersten Mal aufgefallen ist und man dann meint, das Betreffende auf einmal andauernd zu sehen. Nun, ich stecke aktuell in so einer Illusion fest.

Seit einiger Zeit begegnen mir nämlich andauernd Steine von der Stoaroas! Falls du das nicht kennst, das sind Steine, die im ganzen Land umherreisen. Die Steine sind alle mit viel Liebe von Hand bemalt und haben auf der Rückseite die Postleitzahl vom Ursprungsort und können so auf Social Media gepostet werden. Und, sie dürfen dann weiterreisen und an einen neuen Ort gebracht werden.
Seit einiger Zeit finde ich diese Steine regelmäßig, vor allem rund ums Mutterhaus. Einer gefällt mir ganz besonders, den kannst du am Foto sehen.

„Lächle deine Angst an, dann lächelt dir Hoffnung zurück.“

Hoffnung.

Die brauchen wir gerade sehr, wenn wir aufs Weltgeschehen schauen. Wenn ich so darüber nachdenke, dann bin ich wieder einmal sehr dankbar über meinen Glauben, der mir Hoffnung gibt. Hoffnung ist etwas, was wir, finde ich, ganz gut teilen können. Es ist ja noch Fastenzeit, und ich persönlich suche dieses Jahr nach dem „MEHR“ in meinem Leben. Und „mehr Hoffnung“ passt da sehr gut. Ich werde mir die Hoffnung für die restliche Fastenzeit ganz bewusst mitnehmen, und für den Stein natürlich einen neuen Platz suchen – vielleicht irgendwo, wo es mehr Hoffnung braucht!

Sr. Ida Vorel

Februar 2026

Franziskus – Mann des Friedens

 

Am 10. Jänner 2026 wurde das Franziskusjahr in der Kirche ausgerufen. Anlass dafür ist der Todestag von Franz von Assisi. Franz von Assisi ist vor 800 Jahren gestorben. Es gibt ein Dokument zum Franziskusjahr. Die darin klar zu findenden Worte sprechen für sich:

 

„Unsere Zeit unterscheidet sich nicht sehr von jener, in der Franziskus lebte, und gerade deshalb ist seine Lehre heute vielleicht noch aktueller und verständlicher. Wenn die christliche Nächstenliebe erlahmt, die Unwissenheit ebenso wächst wie die Unmoral, wenn diejenigen, die Eintracht unter den Völkern preisen, dies mehr aus Eigennutz als aus aufrichtig christlichem Geist tun; wenn das Virtuelle das Reale verdrängt, soziale Konflikte und Gewalt zum Alltag gehören und der Friede jeden Tag unsicherer und ferner wird – dann spornt dieses Jahr des heiligen Franziskus uns alle an, jeder nach seinen Möglichkeiten, den Armen von Assisi nachzuahmen, uns so weit wie möglich am Vorbild Christi zu formen und die Zielsetzungen des soeben beendeten Heiligen Jahres nicht zu vereiteln: Möge die Hoffnung, als deren Pilger wir unterwegs waren, nun in Eifer und glühende tätige Liebe verwandelt werden.“
(aus dem Dekret des Vatikans anlässlich des Franziskusjahres)

 

Ich finde die Worte herausfordernd und tagesaktuell. Brückenbauer für den Frieden brauchen wir dringend. Menschen der Tat. Von Franziskus, Franz von Assisi, stammen die Worte: „Verkündige das Evangelium, wenn notwendig mit Worten.“

Sr. Ruth Summer

Jänner 2026

Vom Beginnen

In den ersten Wochen des neuen Jahres feiern wir den Geburtstag unseres Gründers Sebastian Schwarz. Am selben Tag vor 17 Jahren begann ich mein Postulat (= eine Etappe am Anfang des Ordenslebens). Es war sein 200. Geburtstag. Ich konnte es nicht erwarten, mein Leben Gott und den Menschen in der Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Vöcklabruck zu widmen.

Vielleicht denkst du auch manchmal, dass etwas Bestimmtes zu tun wäre oder dass es etwas Bestimmtes geben sollte. Überleg einfach, was dein Beitrag dazu ist! Was kannst du wann konkret tun, um dein Anliegen Wirklichkeit werden zu lassen?

 

Hier einige Impulse aus den Schriften von Sebastian Schwarz:

Unser Denken, Tun und Handeln wird durch das Andenken an Gott geordnet und geheiligt.

Wir lieben Gott in Wahrheit, wenn wir unseren Nächsten lieben.

Lassen wir uns die Not und das Elend unserer Mitmenschen zu Herzen gehen; suchen wir nach dem Beispiel Jesu, ihnen jederzeit mit Trost und Hilfe beizustehen.

Das Evangelium muss euch über alles teuer und wichtig sein.

Fürchten wir uns nicht, wenn Jesus bei uns ist; wenn wir auf ihn unser Vertrauen setzen, so wird uns nichts mangeln. Der Glaube der Christen muss lebendig sein, d.h. er muss sich durch gute Werke dartun, er muss sich in werktätiger Liebe zeigen und beweisen.

Die Bekehrung des Menschen fängt nicht vom Menschen, sondern allezeit von der Gnade Gottes an, der dem Menschen zuvorkommt, ihn erleuchtet und aufweckt.

Wenn auch unsere menschlichen Hoffnungen gar oft vereitelt werden, so hat doch die göttliche Vorsehung für jene, die nur für seine Ehre arbeiten, zu jeder Zeit unerschöpfliche Freude in Bereitschaft, wie ich aus eigener Erfahrung genugsam weiß.

 

Am 14. Jänner 1809 begann das Leben von Sebastian Schwarz in Lasberg im oberösterreichischen Mühlviertel. Er wurde Priester und wirkte u.a. in Vöcklabruck. Die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Fabriken hatten lange Dienstzeiten, sodass ihre Kinder unbeaufsichtigt aufwuchsen. Zur Erziehung und Herzensbildung dieser Kinder wurden wir Franziskanerinnen von Vöcklabruck gegründet. Mit der Zeit ergaben sich weitere Aufgaben wie die Sorge um kranke und alte Menschen, der Einsatz für Frauen in Notsituationen und pastorale Tätigkeiten.

Sr. Julia Gold

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