Diözesaner Ordenstag bei den Franziskanerinnen von Vöcklabruck

OÖ Ordensgemeinschaften gehen mit Vertrauen und Mut in die Zukunft

 

Anlässlich ihres 175-Jahr-Jubiläums hießen die Franziskanerinnen von Vöcklabruck am 20. September rund hundert Ordensfrauen und -männer zum heurigen Ordenstag der Diözese Linz im Mutterhaus willkommen. Generaloberin Sr. Angelika Garstenauer: „Es ist für uns ein besonders Geschenk, dass wir heute hier zusammenkommen, wir, die unser Leben in den Dienst Gottes und der Menschen gestellt haben.“

Unter dem Motto „Vertrauen. Mut. Zukunft.“ stand der Tag im Zeichen geistlicher Stärkung und gemeinsamer Besinnung. Sr. Angelika betonte: „Vertrauen – weil wir als Ordensfrauen unser Leben in Gottes Hände legen. Mut – weil es Mut braucht, heute Ordensfrau oder Ordensmann zu sein. Zukunft – weil wir nicht im Gestern leben, sondern im Heute mit Blick auf das Morgen. Auch wenn unsere Gemeinschaften kleiner werden, bleibt die Frage: Welche Zukunft eröffnet uns Gott?“

Die Festmesse feierte Abt Reinhold Dessl (Stift Wilhering). In seiner Predigt hob Propst Klaus Sonnleitner (Stift St. Florian) hervor, dass Berufung immer auch „Bestimmung zum Dienst“ sei: „Als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Gottes sollen wir am Reich Gottes mitbauen – für den Herrn und für die Menschen.“

Ein kulturelles Highlight bot Poetry-Slammerin Helene Ziegler, die 175 Jahre Geschichte der Franziskanerinnen eindrucksvoll in Worte fasste.

Impulse aus drei Ordensspiritualitäten vertieften das Thema Mut und Vertrauen:

  • Sr. Mirjam Schwaiger, Marienschwester vom Karmel, sprach von der Hoffnung, die trotz sinkender Ordenszahlen aus Gott selbst komme: „Ich lebe diese Lebensform nicht, weil wir viele sind, sondern weil einer ist: der lebendige Gott.“
  • Bruder Martin Kollmann OSB, Europakloster Gut Aich, schilderte anhand seiner Arbeit mit den drei Klosterschafen, wie Beziehung Grundlage für Mut und Vertrauen sei. Wie der hl. Benedikt ermutigte er, Wege nach innen und außen zu gehen – „mit Mut und Zuversicht“.
  • Sr. Luzia Reiter, Elisabethinen, hob zentrale franziskanische Haltungen hervor: Armut, Demut, Friede, Geschwisterlichkeit und Schöpfungsverantwortung. Vertrauen in die Zukunft bedeute, loszulassen und im Hier und Jetzt in freudiger Erwartung zu leben.

Am Nachmittag standen mehrere Workshops zur Auswahl: die 175-jährige Geschichte der Franziskanerinnen von Vöcklabruck, ein virtueller Rundgang durch das „Quartier 16“ (Wohnung, Begleitung, Orientierung für Frauen), Tänze zur Mitte und kreatives Gestalten von Kerzen.

Mit einer gemeinsamen Vesper in der Mutterhauskapelle fand der Ordenstag seinen feierlichen Abschluss.

Ordenstag

Eucharistiefeier in der Mutterhauskapelle mit Zelebrant Abt Reinhold Dessl und Prediger Propst Klaus Sonnleitner. Sr. Angelika heißt rund 100 Ordensleute aus OÖ im Mutterhaus der Franziskanerinnen von Vöcklabruck willkommen.

alle Fotos (c) Franziskanerinnen

Sr. Angelika Garstenauer

Generaloberin Sr. Angelika Garstenauer:„Es ist für uns ein besonders Geschenk, dass wir heute hier zusammenkommen, wir, die unser Leben in den Dienst Gottes und der Menschen gestellt haben.“

(c) Fischbacher

Helene Ziegler

Helene Ziegler bei ihrem Poetry Slam zur 175-jährigen Geschichte der Franziskanerinnen von Vöcklabruck

Sr. Mirjam

Sr. Mirjam Schwaiger, Marienschwester vom Karmel

Bruder Martin Kollmann OSB, Europakloster Gut Aich

Sr. Luzia

Sr. Luzia Reiter, Elisabethinen

Was verbinden Ordensleute mit VERTRAUEN – MUT – ZUKUNFT? Und was wünschen sie uns zum Jubiläum?

„Mein ganzes Leben ist letztlich auf Vertrauen aufgebaut, weil ich mich von Gott getragen weiß. Natürlich muss das konkret im Alltag spürbar werden, sonst wäre es nicht möglich, in Dankbarkeit und Zufriedenheit zu leben. Letztlich ist da auch viel Mut dabei. Mut ist eine tragende Kraft. In Demut ist Mut enthalten. Den Franziskanerinnen wünsche ich, was heute auch schon in der Predigt gesagt wurde: Dass wir dazu berufen sind, am auserwählten Weinstock zu bleiben, dass wir ein Zweig mit frischen Trieben bleiben. Das wünsche ich uns allen von Herzen.“

Sr. Michaela Pfeiffer, Marienschwestern

„Die Kirche steckt in einem großen Umbruch, und ich finde, um gute Wege gehen zu können, braucht es Mut – Mut zur Veränderung, Mut, neue Wege zu gehen und auch manches Alte zurückzulassen. Wir brauchen vielleicht wieder ein bisschen mehr Vertrauen als Gesamtkirche. Wir sind in einer sehr guten Vergangenheit verwurzelt, wir schauen, dass wir jetzt die Gegenwart gut meistern und positiv in die Zukunft gehen- so sollte Kirche sein. Den Franziskanerinnen von Vöcklabruck wünsche ich, dass sie ihr Jubiläum in Freude feiern können. Vertrauen, dass es weitergehen wird, wie auch immer. Und auch den nötigen Mut!“

Frater David Haudum, Stift Schlägl

„Es muss Menschen geben, die einem etwas zutrauen, damit man selbst Vertrauen hat in sich. Und das finde ich schön in Bezug auf Ordensgemeinschaften, weil man da immer mit Menschen umgeben ist, wo man sich dieses Zutrauen gegenseitig geben kann. Den Franziskanerinnen von Vöcklabruck wünsche ich, dass sie weiterhin den Mut haben, auf das zu schauen, was vor Ort ist. Mit Gottvertrauen weiter zu gestalten. Sie sind in Vöcklabruck sehr präsent, und das möge auch so bleiben, egal wie die Eintrittszahlen sind. Dass sie so lebendig unter den Menschen bleiben, wie ich sie erlebe.“

Sr. Elisabeth Siegl, Don Bosco Schwestern

„Mut, Vertrauen und Zukunft geht für mich hinein ins Gottvertrauen. Wenn es uns gelingt, aus dem Gottvertrauen heraus, aus den Zusagen Jesu, aus den Zusagen des Evangeliums zu leben, dann haben wir auch eine Zukunft. Den Bogen über diese Welt hinaus spannen – ich glaube, die Ordensleute sind dafür offen. Die Franziskanerinnen von Vöcklabruck dürfen zurückschauen auf ein unglaubliches Werk. Sie haben so viel geschafft, und das ist ein Auftrag für die Zukunft. Dass es ihnen gelingen möge, gut und zuversichtlich in die Zukunft zu gehen, das wünsche ich ihnen von Herzen.“

Abt Lukas Dikany, Stift Schlägl

„Die Franziskanerinnen von Vöcklabruck sind seit 175 Jahren wichtig für die Stadt Vöcklabruck, den Bezirk und die gesamte Region und weit darüber hinaus, durch die vielen Werke, die sie betreiben und durch das Zeugnis das sie geben. Ich wünsche der Ordensgemeinschaft, dass es weiterhin so sein möge, dass die Strahlkraft erhalten bleibt und dass sie ihren Aufgaben bestmöglich nachkommen kann.“

Propst Klaus Sonnleitner, St. Florian

Foto (c) Stift St. Florian

„Es ist eine Herausforderung, angesichts der Alterung in der Gemeinschaft mutig in die Zukunft zu schauen. Wir wissen ja nicht, was auf uns zukommt, aber wir vertrauen darauf, dass es von Gott kommt. Den Franziskanerinnen von Vöcklabruck wünsche ich Mut und Vertrauen.“

Sr. Waltraud Hager, Kreuzschwestern

„Vertrauen ist für mich, dass ich mich ganz auf Gott verlasse. Dass ich alle meine Ängste, alles was in mir ist, und da sein darf, dass ich das Gott übergebe, dem lebendigen Gott. Ich weiß, er will das Beste für uns alle. Den Franziskanerinnen wünsche ich, dass sie so weitermachen wie bisher.“

Sr. Pauline Angermayr, Marienschwestern

„Ich habe schon Hoffnung, dass die Liebe Gottes siegt und alles gut ausgeht. Den Franziskanerinnen von Vöcklabruck wünsche ich viele neue Schwestern!“

Sr. Maria Schmiedberger, Don Bosco Schwestern Vöcklabruck

„Ich bin sehr gerührt, dass es jetzt wieder Aufbrüche gibt in den Ordensgemeinschaften. Auch wir haben momentan zwei 28-jährige Postulanten und die Hoffnung, dass noch ein paar dazukommen. Ich kann nur sagen: Gottes Taten gehen weiter. Man braucht Geduld, Gelassenheit und Zufriedenheit. Ich merke selbst, wie viele junge Leute Gott entdecken in der Eucharistie. Ich kann für mein Leben nur dankbar sein und wünsche diese Dankbarkeit und Freude auch anderen Ordensgemeinschaften.“

Pater Peter Brunhuber, Karmelit

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