Vertrauen. Mut. Zukunft

… unter dieses Motto haben wir unser 175-Jahr-Jubiläum gestellt. Drei Worte wie ein geistliches Dreieck: Sie verbinden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Vertrauen

… bleibt der unsichtbare Faden, der alles zusammenhält, in einer Welt, die sich rasant verändert. Vertrauen ist keine naive Haltung, sondern eine bewusste Entscheidung. Es bedeutet, loszulassen – und doch gehalten zu sein.

Wo Vertrauen wächst, entstehen Mut und Hoffnung. Es verbindet Menschen, ermöglicht Vergebung und schenkt Zukunft. Gott selbst spricht in Jeremia 29, 11: Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben. Vertrauen beginnt, wo Kontrolle endet.

Fördern wir Vertrauen – durch Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Menschlichkeit. Denn nur gemeinsam kann es wachsen. Und dazu braucht es sicher Mut.

Mut

… ein Wort, das stark, groß und kraftvoll klingt. Vielleicht sogar ein bisschen einschüchternd. Mut muss aber nicht laut sein. Bei Mut denken wir an Heldinnen, Helden, die Großes leisten oder geleistet haben. Mut zeigt sich aber oft in den kleinen Dingen: in einem ehrlichen Gespräch, wenn jemand NEIN sagt, wenn JA zu sagen bequemer wäre, im Aufstehen nach Niederlagen oder im ersten Schritt ins Unbekannte. In jedem von uns steckt Mut. Vielleicht nicht jeden Tag gleich viel, aber immer wieder. Wie ein Funke, der darauf wartet, dass wir ihm Luft geben.

Im Buch Josua 1,9 lesen wir: Sei mutig und stark!  Mut wächst aus Beziehung. Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern trotz der Angst zu handeln. Wenn ich weiß, dass mir meine guten Beziehungen und Freundschaften helfen, mich jemandem anzuvertrauen, werde ich mutig sein, mich zu öffnen, das Schöne und die Freude zu teilen, den Weg des Lebens mutig zu gehen und mich auch Herausforderungen und Konflikten zu stellen.

Unser Gründer Sebastian Schwarz sagt: „Gott will, dass ich bin, das soll mir MUT machen.“

Wie oft wird er diesen Gedanken wohl zu Gott gebracht haben? Er und Sr. Franziska hatten Mut und Vertrauen bei der Gründung unserer Ordensgemeinschaft, sonst wäre dieser Schritt nicht gelungen. Und nur mit GOTT-Vertrauen und Mut konnten unsere Schwestern Zukunft gestalten und 175 Jahre – unserem Charisma entsprechend – für GOTT und die Menschen DA-SEIN.

Manchmal verändert nicht der lauteste, sondern der mutigste Mensch die Welt. Mut beginnt im Kleinen, im Alltag, im Herzen, in allen unseren Entscheidungen. Mut, an das Gute zu glauben, auch wenn es nicht garantiert ist. Mutig ist auch, wer sich verletzlich zeigen kann, mutig ist, wer Verantwortung übernimmt. Mut kann ansteckend sein: Ein einziger Mensch, der mutig aufsteht, kann andere inspirieren, es ihm gleichtun. Zivilcourage, offene Worte oder ein erster Schritt zur Versöhnung – all das hat das Potenzial, eine Kette von MUT auszulösen. Zwischen Angst und Mut liegt eine Wahl. Angst ist menschlich. Ob wir ihr nachgeben oder nicht, das ist unsere Entscheidung. Gehen wir mutig in die Zukunft, sie liegt in Gottes Hand!

Zukunft

… dieses Wort klingt nach Hoffnung, nach Sehnsucht, manchmal ist auch mit Angst verbunden. Doch in der Tiefe unseres Herzens spüren wir: Die Zukunft ist kein Zufall, sondern das, was gestaltet werden will, durch uns, mit uns, in uns. Die Zukunft verlangt nicht, dass wir alles wissen. Sie lädt uns ein, im Vertrauen Schritt für Schritt weiterzugehen. Vielleicht stolpern wir, vielleicht zweifeln wir, aber auch Umwege gehören zum Weg. Wir dürfen offen sein für das, was durch uns ins Leben kommen möchte.

Vielleicht beginnt Zukunft genau da, wo wir bereit sind, loszulassen. Wo wir nicht mehr festhalten müssen. Wo wir sagen können: „Ich weiß nicht, wohin der Weg mich führt, aber ich gehe ihn. Mit einem offenen, liebenden Herzen und mit meiner ganzen Leidenschaft für Gott und die Menschen.“

Möge dieses Jubiläum uns immer daran erinnern, was geschenkt und erreicht wurde, und auch an das, was vor uns liegt. Gott geht alle Wege mit – darauf vertrauen wir!

Ihre

Sr. Angelika Garstenauer

Teile deine Gedanken