Wie fasse ich Mut in Situationen, die ausweglos erscheinen?
Situationen, die unlösbar scheinen – die kennen wir alle. Auch die Frauen im Quartier 16 wissen davon zu erzählen. Denn oft war es eine scheinbar ausweglose Lage, die sie zu uns geführt hat.
Mut zu fassen ist dann alles andere als leicht. Manchmal braucht es einen kleinen Schubs von außen, um die eigene Kraft wiederzuentdecken.
Im Quartier 16 gehen wir diesen Weg gemeinsam: Wir begleiten Frauen auf ihrem Neuanfang und suchen zusammen nach dem Mut, der dafür nötig ist. Dabei helfen praktisch fünf Schritte:
Atmen.
Das klingt im ersten Moment vielleicht unsinnig. Aber, wenn wir Stress haben, atmen wir oft nur sehr flach und schnell und versetzen so unseren Körper in einen Alarmmodus. Gezielte Atemtechniken können helfen, die Handlungsfähigkeit wiederherzustellen und Stress abzubauen. Das Praktische? Diese Techniken, wie zum Beispiel die 4-7-8 Übung, sind immer anwendbar!
Teilen.
Dinge und Probleme konkret zu benennen ist oft schon der halbe Weg zur Lösung. Das ist viel einfacher, wenn man das Problem mit jemanden teilt. Wichtig ist hier die Vertrauensbasis!
Rückschau.
Wir haben alle schon schwierige Situationen in unserem Leben gemeistert. Es kann sehr hilfreich sein, sich mal zu überlegen, was damals hilfreich war. Das macht Mut, weil man merkt: „Ich habe schon früher Wege gefunden.“
Suchen.
In solchen Situationen kann leicht das Gefühl aufkommen, die ganze Weltkugel vor sich herschieben zu müssen. Das ist aber gar nicht notwendig. Was ist der nächste konkrete Schritt, der realistisch ist? Kleine Schritte sind hilfreich, sie brechen die Starre und führen zurück in die Handlungsfähigkeit.
Vertrauen.
Mut heißt nicht unbedingt, alles im Griff und unter Kontrolle zu haben, sondern darauf zu vertrauen, dass Gott mitgeht!
Von Sr. Ida Vorel
Hausleitung Quartier 16
4-7-8 Atmung
Diese Technik eignet sich besonders zur Entspannung bei akutem Stress oder zum Einschlafen. Atme vier Sekunden ein, halte den Atem für sieben Sekunden an und atme dann acht Sekunden lang aus. Die verlängerte Ausatmung beruhigt das vegetative Nervensystem.

