Im Fokus: Mut – Drei Franziskanerinnen im Portrait

Der DUDEN beschreibt Mut als Fähigkeit, Angst in riskanten Situationen zu überwinden, und zugleich als Bereitschaft, trotz drohender Nachteile das Richtige zu tun. Beides findet sich in der Geschichte der Franziskanerinnen von Vöcklabruck – oft im Stillen, manchmal unter Lebensgefahr.

Drei Frauen stehen exemplarisch für diesen „stillen Mut“:

  • Pia brach 1922 mit elf Mitschwestern in die USA auf, um ohne große Absicherung eine neue Niederlassung zu gründen.
  • Liliosa engagierte sich mehr als fünf Jahrzehnte das österreichische Hospiz in Jerusalem – trotz Krieg, Attentaten und politischer Umbrüche.
  • Balda schmuggelte nach 1945 die Urne des Märtyrers Franz Jägerstätter in einer unscheinbaren Tasche von Brandenburg nach Vöcklabruck.

Diese Geschichten – im Ordensarchiv recherchiert und geschrieben von der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Stefanie Friedl in Zusammenarbeit mit Sr. Johanna Pobitzer – zeigen eindrucksvoll, wie Mut die Ordensgeschichte prägt.

Sr. Pia

Sr. Pia Feichtenschlager (1876-1949)

Im Sommer 1922 wagten zwölf Schwestern des Vöcklabrucker Mutterhauses den mutigen Schritt über den Atlantik, um in den USA eine Niederlassung zu gründen.
Unter ihnen war Sr. Pia Feichtenschlager, später erste Oberin der amerikanischen Niederlassung.

Brachte die Urne Franz Jägerstätters in einer scharzen Tasche versteckt zurück nach Vöcklabruck: Sr. Balda Erhart

Sr. Balda Erhart (1914-2002)

Nach Kriegsende brachte Sr. Balda die Urne von Franz Jägerstätter aus Brandenburg nach Vöcklabruck – verborgen in einer schwarzen Tasche. Mit dieser stillen Geste bewahrten die Schwestern von Vöcklabruck das Andenken an den Märtyer und zeigten: Mut muss nicht laut sein.

Sr. Liliosa

Sr. Liliosa Fasching (1907-2005)

Im Jahr 1933, als Sr. Liliosa gerade erst 26 Jahre alt war, wurde sie mit vier Mitschwestern nach Jerusalem entsandt, um im Österreichischen Hospiz an der Via Dolorosa die Betreuung der Pilger zu übernehmen. Sie blieb dort mehr als fünf Jahrzehnte – trotz Krieg, Attentaten und politischer Umbrüche. Ihre Standhaftigkeit sicherte das österreichische Hospiz und macht ihr Leben zu einem Zeugnis von Mut und Beharrlichkeit.

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